Ort transkultureller Kultur, Begegnung & Bildung - Träger des Integrationspreises 2003 der BVV-Mitte und des Hauptstattpreises für Integration und Toleranz 2016

Aktuelle Veranstaltungen

29. Juli 2021
„MITTELMEER-MONOLOGE“ – Dokumentarisches Theater


Neuigkeiten

„Mein Wort an die Menschen“ – Fachgespräch, Filmvortrag und Originalton am 25. Juni 2021

Entwicklungszusammenarbeit und Nord-Süd-Dialog am Beispiel des Friedensnobelpreisträgers Dr. Albert Schweitzer

Das Gandhi-Informations-Zentrum e.V. präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Afrikahaus Berlin diese multimediale Veranstaltung. Technisch betreut durch Dr. Dominique Miething, (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Freie Universität Berlin) ist es möglich die einmaligen Bild-, Film- und Audio-Dokumente von zuhause aus und live übertragen im Afrikahaus in der Bochumer Straße mitzuerleben, zugeschaltet aus Offenburg ist Dr. Stefan Walther, Vorsitzender des Beirates der Albert Schweitzer Stiftung.

Dr. Christian Bartolf und Dr. Dominique Miething sprechen über die Aktualität des Humanismus und Pazifismus von Dr. Albert Schweitzer. Als Vorsitzender des Gandhi-Informationszentrums betont Dr. Christian Bartolf das friedenspolitische Engagement Albert Schweitzers und die Übereinstimmung des Friedensnobelpreisträgers mit den Ideen Mahatma Gandhis. Mittels Film und Tondokumenten führen sie durch ihre 2017 erstmals in der freien Universität Berlin gezeigten Ausstellung über den Friedensnobelpreisträger. Grundlage Schweitzers Pazifismus, der besonders in seiner Rede „Mein Wort an die Menschen“ (1964) zum Ausdruck kommt, ist seine „Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben“, Ausgangspunkt und Maßstab seines gesamten Denkens und Handelns. Und dieses Denken hat sich im Zusammenhang mit der Arbeit und dem Leben in Lambaréné im heutigen Gabun entwickelt. Dies ist für einen europäischen Denker seiner Generation etwas Außerordentliches, auch weil er sich als einer der wenigen schonungslosen Kritiker der kolonialen Herrschaft zeigt.

Im Vortag von Dr. Stefan Walther: „Über Gunsbach, Strasbourg, Königsfeld und Lambaréné Stationen des Arztes, Philosophen und Theologen Dr. Albert Schweitzer“ wird diese Verbindung zwischen dem Denken Albert Schweitzers und seinem Engagement in Afrika nochmals deutlich. Albert Schweizer, der ab 1875 im von den Deutschen besetzten Elsas aufwächst, entschließt sich, nach Philosophie- und Theologiestudium, ab seinem 30 Lebensjahr, sein Leben dem unmittelbaren Dienst an den Menschen zu widmen. Er studiert erneut – diesmal Medizin – und gründet im Jahr 1913 in Lambaréné /Gabun ein Spital.

Der Komplex – viel mehr als ein Krankenhaus – kann über die Jahre erweitert und modernisiert werden und existiert noch heute. Dr. Walther, der das Spital selbst besucht hat, kann durch die vielen Fotografien, die er vor Ort gemacht hat, ein anschauliches Bild der weltweit immer noch einzigartigen Einrichtung vermitteln.

Dr. Albert Schweizer wird die Hälfte seines Lebens in Lambaréné verbringen und von dort aus seine Publikationen betreuen. Sein Engagement für den Weltfrieden und ein auf Ausgleich und Gerechtigkeit ausgerichteter Humanismus, der die Verantwortung der Kolonialmächte für ihre verheerenden Zerstörungen in den Kolonien offenlegt, wird von Lambaréné ausgehen und durch Lambaréné inspiriert werden.

Für die Referenten ist die Philosophie Albert Schweizers nach wie vor aktuell und eine Inspiration für ihr eigenes Engagement für Gewaltfreiheit und Frieden. Und wie Oumar Diallo (Afrikahaus/Berlin) zum Ende der Veranstaltung sagt: „Ich habe meine Überzeugungen und werde von den anderen überzeugt, dass es das Richtige ist.“, ist es für das Podium und die Besucher der Veranstaltung ermutigend zu erleben, wie humanistisches Denken viele Jahre und Kontinente überspannen kann, wie dieses Denken ausgehend von Dr. Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi wieder aufgenommen wird in Texten Erich Fromms, in der Philosophie Ija Lazari-Pawlowkas (Professorin für Ethik/Łódź, Polen), dem Engagement Martin Luther Kings und bis heute in sozialen und ökologischen Bewegungen wirkt.

Die Veranstaltung ist so inhalts- und facettenreich, dass sehr schwer fällt sie hier in wenigen Sätzen zusammenzufassen. Sie enthält nicht nur viele Informationen für engagierte Bürger und entwicklungspolitisch interessierte Menschen, sondern wirkt fächerübergreifend. Sie bietet Anregungen für Philosoph*innen, Theolog*innen, Achitekt*innen, Mediziner*innen und Politik- und Sozialwissenschaftlerinnen. Deshalb sind die Mitarbeiter*innen des Afrikahauses sehr froh, dass die Veranstaltung durch Dr. Dominique Miething aufgezeichnet wurde und so der Öffentlichkeit weiter zu Verfügung steht. 

Siehe »Mein Wort an die Menschen« – Entwicklungszusammenarbeit und Nord-Süd-Dialog am Beispiel des Friedensnobelpreisträgers Dr. Albert Schweitzer –  Beitrag auf Youtube

Weitere Informationen auch unter: Gandhi-Informations-Zentrum e.V.

 

Impressionen einer Veranstaltung 18. Juni 2021

Auf Lesereise durch Afrika

Im zweiten Teil der kleinen Veranstaltungsreihe, die das Afrikahaus in Zusammenarbeit mit der VHS Mitte durchführt, stellt Peggy Fehily auf einer Lesereise durch Afrika fünf Autor*innen vor, die aus verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents stammen und gibt Einblick in deren literarisches Schaffen.

Zu Beginn betont Peggy Fehily, dass es eigentlich nicht möglich ist von „Afrikanischer Literatur“ zu sprechen“. Die Größe des Kontinents, die unterschiedlichen Lebensbedingungen in den einzelnen Regionen, die vielen verschiedenen Sprache machen den Begriff unklar und vieldeutig. Sie will durch die kleine Auswahl von Autorenportraits ermutigen, sich selbst auf eine Lesereise zu begeben und so wichtige Einblicke in die Geschichte und Lebenswelten des Kontinents und der dort lebenden Menschen zu erhalten.

Neben Anici Kitereza, der aus Tansania stammte und zwischen 1896 und 1981 lebte – seine Romane basieren auf Traditionen der Oralliteratur und vermitteln ein umfangreiches Wissen über Geschichte und Tradition seines „alten“ Afrikas – präsentiert sie eine Reihe von jüngeren, modernen, weiblichen Autorinnen des Kontinents. Oyinkan Braithewaite aus Nigeria, Aminata Forna aus Simbabwe, Gaile Park, eine weiße Autorin, geboren in Ruanda werden zitiert und in einer Kurzbiografie vorgestellt.

Besonders stolz ist Peggy Fehily Tsitsi Dangaremba in ihre Reihe aufgenommen zu haben, die in derselben Woche den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten hatte. Sie wurde 1959 in Simbabwe geboren, hat unter anderem in Berlin studiert, neben ihrer Arbeit als Autorin, ist sie auch als Filmemacherin und Produzentin tätig. Mit ihrer 1988 begonnenen Trilogie („Der Preis der Freiheit“, „Aufbrechen“ und „Überleben“) schreibt sie einen der ersten afrikanischen Frauenromane. Sie erhält dafür viele internationale Preise.

Wieder gelingt es Peggy Fehily durch die Bezugnahme auf die Romaninhalte, zwar punktuelle, aber dafür konkrete und anschauliche und dabei sehr unterschiedliche afrikanische Stimmen einzufangen und so ein facettenreiches Bild innerafrikanischer Reflexionen zu zeichnen, das wichtige Impulse für entwicklungspolitische Diskurse zu liefern kann.

Durch ihren dialogischen Stil ermutigt Peggy Fehily schon während ihres Vortags Teilnehmer*innen sich einzubringen und es entsteht ein lebhaften Austausch. So kommen auch viele der Leseerfahrungen der Besucher*innen zur Sprache.

Impressionen einer Veranstaltung – 21. Mai 2021

In einer kleinen Veranstaltungsreihe gibt Peggy Fehily Einblicke in die afrikanische Literatur. Die erste Online-Veranstaltung ist Chimamand Ngozi Adichie und ihrem Werk gewidmet. Die in Nigeria geborene Autorin lebt heute in den USA und in ihrem Heimatland. Sie ist mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet worden und ist nicht nur eine brillante Erzählerin, sondern auch eine beeindruckende Persönlichkeit. Als Dozentin, Feministin, Intellektuelle und engagierte Weltbürgerin ist sie medial präsent und versteht es sich zu positionieren. In ihren Romanen liefert Sie ein lebhaftes Bild der Geschichte ihres Landes und Einblicke in ein Leben zwischen den Kulturen.

Paggy Fehily stellt drei Romane von Chimamand Ngozi Adichie vor. Sie liest Textauszüge und gibt einen Einblick in den Plot der Romane. Ihre Begeisterung für die Autorin und ihr Werk ist ansteckend und es entwickelt sich ein trotz der Hemmnisse, die eine Online-Veranstaltung mit sich bringt, ein lebhafter Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern des Abends. Peggy Fehily ist Konrektorin einer privaten Berufsschule in Berlin und begeisterte Leserin.

Die zweite und auch letzte Veranstaltung der kleinen Reihe, die in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Berlin-Mitte organisiert wurde, bietet eine Lesereise durch den afrikanischen Kontinent: am 18. Juni 2021, um 19:30 Uhr – online. Die Verantwortlichen des Afrikahauses freuen sich über Anmeldungen. Der Vortrag ist kostenlos.