Tagung: Solange das Gold glänzt! Der Kampf um die Umwelt in den Bergbaugebieten Senegals

Datum/Zeit
04.06.2018
18:00 Uhr - 20:00 Uhr


Einladung zur Konferenz mit Podiumsdiskussion:

Solange das Gold glänzt!
Der Kampf um die Umwelt in den
Bergbaugebieten Senegals

Grundwasserverseuchung

Der Abbau vom Gold im Senegal entspricht nicht den internationalen Normen. Die Bergbauunternehmen nutzen chemische Stoffe wie Cyanide,die der Gesundheit der Bergarbeiter schaden, lebensgefährlich sind und das Grundwasserverseuchen. Hinzu kommen weitere Schäden wie die Vernichtung der Mikroorganismen, die im Senegal noch nicht ermitteln werden kann.

Rodung von Waldgebieten und Nationalparks Die Goldminen befinden sich in den Waldgebieten Senegals unmittelbar neben dem Nationalpark
Niokolo Koba, wo die größten Löwen und Antilopen (Koba bzw. Pferdeantilopen) der Welt leben. Ihre Existenz ist durch den Bergbau und die Umsiedlung von Menschen, die unerlaubt nach Gold suchen, extrem gefährdet, obwohl die ganze Gegend seit über zehn Jahren als UNESCO Welterbe erklärt wurde.
Störung des ökologischen Gleichgewichtes Die Grundwasserverseuchung und die Rodung der Wälder stören das Gleichgewicht des Ökosystems im
Südosten Senegals. Bäume, die Jahrhunderte alt sind, sterben ab, weil der Boden nicht mehr die Grundnahrungsmittel hergibt, die sie benötigen.

 

 

 

 

 

 

Dr. Diène ist Geologe an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar, Senegal und Gründer des Vereins „Save Mining Zones“ und Partner in NGOs mit denselben Zielen.

 Ausbeutung der Frauen in den Goldminen

Frau Diouf machte geologische Ausgrabungen in fast allen Goldrevieren Senegals und beobachtete die Rolle der Frauen. Gerade im Südosten, wo die Hoffnung auf schnelles Geld viele  Goldgräber anzieht, sind Frauen in erster Linie Opfer von ihren eigenen Männern, die sie in die Minen schicken.

Aber damit nicht genug, denn ausländische Frauen aus den westafrikanischen Ländern sind auch von der Partie. Sie kochen und putzen für die Goldgräber aber viele werden leider auch zur Prostitution gezwungen.

Verbreitung von Krankheiten

Abgesehen von den Krankheiten aufgrund der Grundwasserverseuchung leiden Frauen an Geschlechtskrankheiten, können ihre Säuglinge nicht schützen und erhöhen somit ihre Sterblichkeit.

In den Goldrevieren ist die AIDS-Prävalenz auf 7% geklettert gegen 1% in den anderen Gegenden Senegals.

Polygamie

Die Vielweiberei ist der Höhepunkt des Frauenleidens, denn die Männer bereichern sich, je mehr Frauen sie auf die Suche nach Gold schicken können.

Frau Waly Téo Diouf ist Geologin. Sie studierte an der Universität Cheikh Anta Diop in Dakar und wurde von der Bergakademie Freiberg/Sachsen auf die Berg- und Hüttenmännischen Tage vom 7. bis 8. Juni 2018 eingeladen.

Gesundheitsgefahr bei der Goldsuche

Die Goldgräber arbeiten im Senegal wie während der Steinzeit und benutzen Chemikalien, womit sie nicht umgehen können. Ohne Sicherheit sind sie Erdrutschen ausgesetzt und laufen Gefahr in die Schächte zu verschwinden. Der Referent beobachtet seit Jahren dieses Phänomen, das nicht reguliert wird. Dort versucht jeder sein Glück nach dem Motto: „Komme, was kommen mag!“

Rücksichtlose Umweltzerstörung

Nicht nur Bergbauunternehmen sind für die Umweltzerstörung in den Revieren verantwortlich. Die Goldgräber haben auch einen Anteil daran. Bei der wilden Suche nach Gold kümmert sich keiner um die Umwelt. Sie hantieren mit dem hoch krebserregenden Quecksilber mit bloßen Händen. Damit setzen sich nicht nur sich selbst in Gefahr sondern die ganze Gemeinschaft und die Umwelt, indem es direkt in den Fluss einleiten. Ergebnis:
Fische und Mikroorganismen sterben, die ganze  Ernährungskette ist vergiftet und in dem Revier bekommen immer mehr Frauen Kinder mit angeborenen Missbildungen.

Herr Diedhiou hat sich auf Geotechnik, Hydrologie, Geophysik und Kartographie spezialisiert, kennt sich in den Bergbaurevieren Senegals sehr gut aus und konnte hautnah beobachten, wie die Goldgräber arbeiten. Er hält sich in Deutschland im Rahmen der Berg- und Hüttenmännischen Tage vom 7. bis 8. Juni
2018 in der Bergakademie Freiberg/Sachsen auf.