Philosophie und Entwicklung – afrikanische Perspektiven

Datum/Zeit
27.10.2016
19:00 Uhr - 21:00 Uhr


Im Rahmen seines entwicklungspolitischen Bildungsprogramm AFRIKA MITTEN IN BERLIN startet Farafina Afrikahaus e.V. in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, in der einmal jährlich Philosophen und philosophische Perspektiven Afrikas vorgestellt und deren mögliche Bedeutung für die Entwicklung zukunftsfähiger Interaktionsbedingungen in Zeiten globaler Bedrohungen (Klimawandel, Übernutzung von Ressourcen usw.) diskutiert werden wird.

Für dieses Jahr erwarten wir als Podiumsgäste:

  • 29743[1]51Em97EUByL._SX314_BO1,204,203,200_[1]Dr. Regina Franken – Wendelstorf
  • Dr. Stefan Skupien
  • Joshua Kwesi Aikins

Für die Moderation:

  • Roger Künkel

 

Philosophie und Entwicklungskritik

Der Philosoph F. Eboussi Boulaga hat in seinem Berliner Vortrag vor sieben Jahren darauf hingewiesen, dass Entwicklungszusammenarbeit keine Einbahnstraße ist. Im Anschluss an Hegels Dialektikverständnis stellte er fest, dass “Entwickelnde” und “zu Entwickelnde” eng aufeinander verwiesen bleiben.

Diese These hat zwei Konsequenzen für kritische Auseinandersetzungen: Auf den ersten Blick werden die bekannten Machthierarchien bestätigt. Und diese Machtbeziehungen können mit allen verfügbaren (philosophischen) Mitteln kritisiert und verändert werden. Ein zweiter Blick wirkt wie ein Spiegel, denn mit Eboussi-Boulaga (und Hegel) wird deutlich, dass der globale Nordwesten nur scheinbar frei und Herr seiner selbst ist.

Ein solches Verständnis öffnet den Weg für eine selbstkritische Auseinandersetzung mit Entwicklungskonzepten in unseren Gesellschaften zugunsten eines neuen Freiheitsverständnisses und unterstreicht den Anspruch entwicklungspolitischer Bildungsarbeit zuvorderst in Europa. Ein wichtiger Themenkomplex dieser Bildungsarbeit sind Fragen nach den Grundlagen eines sozial bzw. ökologisch nachhaltig guten Lebens für – weltweit – alle. Philosophische Arbeiten aus Afrika und anderen nicht-europäischen Gesellschaften, vor allen aus den vormals kolonisierten, können einen großen Beitrag zu solch einer Kritik und einer daraus zu entwickelnden Perspektive leisten.