Migration und Entwicklung – afrikanische Perspektiven

Datum/Zeit
20.09.2018
19:00 Uhr - 21:30 Uhr


Podiumsdiskussion mit

  • Dr. Boniface Mabanza
  • Kirchliche Arbeitsstelle Südafrika (KAS)
  • Emmanuel Ndahayo
  • Doktorand der Migrationssoziologie/
  • Dr. Ibrahim Gueye
  • Selbstständiger Unternehmensberater und Wirtschaftsjournalist

Moderation:

  • Peter Lehrmann

Während einer Podiumsdiskussion zum Thema „Afrikanische Entwicklungsperspektiven, Deutschlands Afrika-Strategie und die Frage der globalen Verantwortung“ im Jahre 2014 kamen die Podiumsgäste auf ihre eigene Rolle als politisch engagierte Akteure der afrikanischen Diaspora zu sprechen und äußerten den Wunsch, dies im folgenden Jahr zu vertiefen. Daraus entstand eine Reihe. Das Podiumsgespräch ist nun schon das fünfte seiner Art.

„Fluchtursachen bekämpfen“ ist eines der Schlagwörter, das die derzeitigen Debatten im öffentlichen Raum bestimmt. Ein eurozentristisch-funktionalistischer Blickwinkel ist nicht zu verkennen. Und es scheint, als diene das Motto der Legitimierung postkolonialistischer Abschottugsmaßnahmen der Wohlstandsfestung Europa, welche jede Rücksicht auf Menschenrechte vermissen lässt. Ein in dem Motto möglicherweise angelegter Humanismus erscheint so – gewiss nicht zu unrecht – als Instrument seines Gegenteils.

Die humanistische Perspektive eines interkontinentalen Zusammenwirkens, das weltweit allen ein gutes Leben ermöglicht, ohne dass dies die Grundlagen des guten Lebens aller zerstört, muss von den betroffen Menschen und Akteuren ausgehen, die sich gegen  Ausbeutung engagieren.

Die Referenten bringen entsprechende Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen mit:. Herr Dr. Gueye berichtet über regionale Initiativen für die Etablierung  ausreichender Sozial- und Umweltstandards beim Goldabbau in Senegal. Herr Ndahyo berichtet  von seinem  interkontinentalen Forschungs- und Praxisfeld, das Europa-Rückkehrern die Möglichkeit verschaffen soll, sich eine Existenz aufzubauen. Herr Dr. Boniface ist als scharfer Kritiker der bisherigen „Entwicklungszusammenarbeit“ und der bestehenden Ausbeutung Afrikas bekannt.

 

Rahmen der Veranstaltung

Die afrikanische Diaspora und ihre Verantwortung  für den Kontinent Potenziale,  Ansätze, Hindernisse

Während einer gemeinsam von Farafina e.V. und FAI veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema „Afrikanische Entwicklungsperspektiven, Deutschlands Afrika-Strategie und die Frage der globalen Verantwortung“, die 2014 im Afrikahaus stattfand, kamen die Podiumsgäste Dr. Karamba Diaby (SPD, MdB), Prof. Dr. Dr. J.E. Mabe, (Politikwissenschaftler und Philosoph) und Dr. Boniface Mabanza (Katholische Arbeitsstelle Südliches Afrika, KASA) auf ihre eigene Rolle als entwicklungspolitisch engagierte oder an Afrikafragen interessierte Akteure der afrikanischen Diaspora zu sprechen. Dabei äußerten sie den Wunsch, dies im folgenden Jahr zu vertiefen.

Daraus entstand eine Reihe. Das für den 20. Oktober vorgesehene Podiumsgespräch wird nun schon das fünfte seiner Art sein

Empfehlungen

Worum geht es?

Ob beim G20 Gipfel. im deutschen Ministerium für Entwicklung, oder in Merkels Bundeskanzleramt, aller Orten sprießen derzeit Strategien, Marshall-Pläne usw.  „mit“ Afrika aus dem Boden. Die EU beschließt als „Partnerschaftsabkommen“ betitelte Freihandelsverträge mit verschiedenen Ländern bzw. Regionen Afrikas. Der im Semantischen zum Ausdruck kommenden Demonstration guter Absichten zum Trotz kann von wirklich gemeinsam erarbeiteten Entwicklungszielen, -perspektiven  und -bedingungen keine Rede sein. Statt gleichberechtigte Partnerschaft zu entwickeln atmen die Strategien und Abkommen immer noch den Geist eines postkolonialen Paternalismus.

So ist es gewiss kein Wunder, dass so zentrale Fragen, wie die nach Strategien und Maßnahmen, die geeignet wären, den anhaltenden Ressourcenabfluss aus den Regionen Afrikas in die wirtschaftlich mächtigen Regionen außerhalb des Kontinents zu stoppen nicht den ihnen gebührenden Stellenwert zukommen.

Daraus ergeben sich Fragen wie:

  • Welche spezifischen Möglichkeiten haben Akteure der Afrikanischen Diaspora, hier einen Perspektivenwechsel herbei zu führen?
  • Welche (möglichen) Verbündete sehen sie auf diesem Weg?
  • Welche Hindernisse gibt es? und wie können diese aus dem Weg geräumt werden?

Veranstalter:

Farafina Afrika-Haus e.V.  und Fachausschuss Frieden, Internationale Politik und Entwicklung (FAI) der SPD Berlin

Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit, und Engagement Global mit Mitteln des BMZ