Land Grabbing in Afrika?

Datum/Zeit
26.04.2012
19:00 Uhr - 20:30 Uhr


Gestaltungsspielräume für Landinvestitionen
am Beispiel Sierra Leone

ReferentInnen: Joseph Rahall (Executive Director, Green Scenery, Freetown/Sierra Leone)
Constanze von Oppeln (Referentin für Ernährungspolitik, Welthungerhilfe)
Elisa Manukjan (Referentin, Referat für Welternährung, Internationale Organisationen der Ernährungs- und Landwirtschaft, Bundesmin. für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
Moderation: Dr. Konrad Melchers (ehem. Chefredakteur der Zeitschrift „Entwicklungspolitik“)

Großflächige Agrarinvestitionen gewinnen in den ländlichen Räumen Afrikas zunehmend an Bedeutung. Mit ihnen sind idR große Erwartungen der lokalen Bevölkerung, ambitionierte Versprechen der internationalen Investoren sowie weitreichende Hoffnungen der betroffenen Regierungen verbunden.
Die Realität ist jedoch meist ernüchternd, zumal für die Kleinbauern. Diese verlieren Zugang zu genutztem Land, Kompensationszahlungen entschädigen oft nicht ausreichend für Verdienstausfall, neue Jobs werden aufgrund mechanisierter Produktion nicht ausreichend geschaffen, Gemeinden können mit dem durch die Investitionen einsetzenden lokalen Strukturwandel nicht mehr mithalten. Intransparente Konzessionsvergaben und überforderte nationale Regierungen tragen das ihre zum entstehen von sozialem Konfliktpotential bei. In Sierra Leone wurden mittlerweile bis zu 20 Prozent des landwirtschaftlich nutzbaren Landes verpachtet bzw. werden momentan verhandelt.
Das BMZ sieht die Risiken, fordert jedoch im jüngsten Strategiepapier„Investitionen in Land und das Phänomen des Land Grabbing – Herausforderungen für die Entwicklungspolitik“ die Nutzung von Gestaltungsspielräumen für nachhaltige Agrarinvestitionen. Auf internationaler Ebene wurden in einem mehrjährigen Prozess unter Federführung der FAO und mit starker Beteiligung der deutschen Regierung (BMELV sowie BMZ) Leitlinien entwickelt, die Grundsätze für eine verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten beschreiben. Im Mai sollen diese Leitlinien bei einer außerordentlichen Sitzung des VNAusschusses für Welternährung angenommen werden.
Können diese Leitlinien dazu beitragen, Investitionen „verantwortungsvoller“ zu gestalten? Und welche Gestaltungsspielräume gibt es vor Ort tatsächlich? Diese und weitere Fragen wollen wir mit Ihnen und den Referenten diskutieren. Wir hoffen auf einen spannenden Abend und freuen uns über Ihr Interesse.
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.
Gastveranstaltung von INISA und SID