Ausstellung: Spotlights on LIBERIA 2003-2018

 

Liberia in der Pressefotografi e deutscher Zeitungen von 2003 bis 2018

Ausstellung im Afrika-Haus Berlin vom 27. Juli ab 18 Uhr bis 10. August bis 20 Uhr.

Öffnungszeiten: Gespräch zur Ausstellung: Freitag, 10. August, 18 Uhr.

Die Ausstellung dokumentiert die Pressefotografie in der Berichterstattung über Liberia in großen deutschen Zeitungen ab 2003. Der zeitliche Rahmen umfasst die Dauer der UN-Mission in Liberia von Juni 2003 bis März 2018. Es geht in dem Ausstellungsprojekt um die Sichtbarmachung einer zeitgeschichtlichen Ära und auch darum, zu fragen, was durch die mediale Öffentlichkeit sichtbar wird, was verborgen bleibt – oder erst im Gespräch darüber sichtbar wird.

Der Juni 2003 markiert eine Zeitenwende in Liberia: Der Einsatz der UN-Mission UNMIL (United Nations Mission in Liberia) beendete eine 14 Jahre währende Ära von Bürgerkrieg,
Unterdrückung und Raubbau, in deren Verlauf um die 250.000 Menschen gewaltsam ihr Leben verloren haben, über eine Million Menschen vertrieben wurden und das Land durch illegalen internationalen Handel ausgeplündert wurde. Mit der damals größten UN-Mission aller Zeiten tauchte Liberia gewissermaßen wieder auf der Weltkarte auf, nachdem es in der globalpolitischen Umbruchphase um 1989 in einen toten Winkel der internationalen Aufmerksamkeit gefallen war. Größere Medienöff entlichkeit wurde Liberia seit 2003 anlässlich folgender Ereignisse zuteil:

2005 wurde mit Ellen Johnson-Sirleaf in Liberia zum ersten Mal eine Frau in das höchste Amt eines afrikanischen Landes gewählt und im Januar 2006 vereidigt. Wenige Monate später wurde der Warlord und vormalige Präsident Liberias Charles Taylor an den internationalen Sondergerichtshof für Sierra Leone in Den Haag überführt.

2007 wurde der Prozess gegen Taylor eröff net, u.a. Mia Farrow und Naomi Campbell traten in den Zeugenstand.

Noch während sich Johnson-Sirleaf 2011 um eine zweite Amtszeit bewarb, wurde ihr (zusammen mit der Liberianischen Friedensaktivistin Leymah Gbowee und der Jemenitin Tawakkol Karman) der Friedensnobelpreis zugesprochen

2012 wurde mit Charles Taylor zum ersten Mal ein afrikanisches Staatsoberhaupt wegen Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen.

Seit Oktober 2013 verbüßt Taylor eine Gefängnisstrafe von 50 Jahren in England.

Anfang 2014 brach die bislang größte Ebola-Epidemie in der Region des Länderdreiecks Guinea, Liberia und Sierra Leone aus und kostete über 11.300 Menschen das Leben.

2016 wurde Liberia erst in den Panama- und dann in den Paradise Papers als Steuerparadies geführt und Johnson-Sirleaf als Kundin einer einschlägigen Kanzlei genannt.

Im Juni 2017 übernahm Johnson-Sirleaf den Vorsitz des UN High Level Panel on Migration in Africa, der bis Ende 2018 einen „Global Compact for Migration“ erarbeiten soll.

Ende 2017 wurde der Weltfussballspieler des Jahres 1995, George M. Weah, nachdem er zuvor zweimal erfolglos gegen Johnson-Sirleaf angetreten war, zum neuen Präsidenten
Liberias gewählt.

Im Januar 2018 wurde Weah in das Amt des Präsidenten eingeführt. Vizepräsidentin ist Jewel Taylor, die ehemalige Ehefrau von Charles Taylor. Im Februar erhielt Johnson-Sirleaf
den Mo Ibrahim-Preis für vorbildliche ehemalige Staatschefs in Afrika (Preisgeld: $5 Mio).
Am 30. März 2018 endete das Mandat der UN-Mission UNMIL in Liberia.

WEITER

Migration und ich – im Spiegel der Malerei

Christel Gbaguidi, Leiter der Initiative Arts Vagabonds Rézo Afrik Bénin lädt herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Migration und ich – im Spiegel der Malerei“ ein. Die 2008 von Beniner Jugendlichen angefertigten Gemälde werden  bis einschließlich den 24. Oktober im Afrika-Haus zu sehen sein. Sie spiegeln Traum und Alptraum so viele jungen Menschen, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen.

Zur Eröffnung wird  an der HU-Berlin über die Bedeutung der nationalen Sprachen für die kulturelle Wirklichkeit Benins referieren.

Continue reading

Kulturelle Szenen aus Waxprint / Scènes culturelles en pagne africain

Magdalena Emser:

Kulturelle Szenen aus Waxprint 

(Vom 25.10 – 15.12. 2017)

Begeistert von den bunten Farben und mannigfaltigen, symboltragenden Motiven der afrikanischen Waxprint-Stoffe, kreierte Magdalena Emser, Masterabsolventin der Universität Freiburg und der ENS de Lyon, während einer sechs-monatigen Reise durch Westafrika 14 Werke aus Stoff-Resten, meist unter den Abfällen der Schneider gefunden, in Collagen-Art, die vom kulturellen Leben der Länder Senegal (z.B. „Beye Falls“, „ein Taneber“), Guinea („Frauen im Dorf“), Elfenbeinküste („Le Maquis“), und Burkina Faso („Mangoverkäuferinnen“) zeugen.

Am Tag der Vernissage der Ausstellung der Bilder wird ein Kurzfilm der Künstlerin gezeigt, der es möglich macht, einige der Szenen auf den Werken durch das Film-Bild zu veranschaulichen.

Scènes culturelles en pagne africain

 

Pendant un voyage de six mois en Afrique de l’Ouest Magdalena Emser, diplômée en master de lUniversité de Fribourg et de l’ENS de Lyon, découvre avec beaucoup d’enthousiasme les pagnes africains tissus aussi variés et débordants de couleur que beaux et chargés de symboles inhérents à certaines cultures africaines. En collant et agençant les différents motifs de petits morceaux de pagnes, trouvé parmi les chutes des couturiers, elle crée 14 oeuvres témoignant de la vie culturelle du Sénégal („Les Beye Falls“ ou le „Taneber“), de la Guinée („Femmes au village“), de la Côte d’Ivoire („Le Maquis“), du Burkina Faso („Les vendeuses de mangues“).

Le jour du vernissage, l’exposition des tableaux sera accompagnée de la projection d’un court métrage permettant d’illustrer les scènes représentées sur les tableaux par l’image vidéo.

Magdalena Emser…

… ist seit September 2015 Absolventin des deutsch-französischen Masterstudiengangs „Interkulturelle Studien“ zwischen der Albert-Ludwig-Universität Freiburg und der Ecole Normale Supérieure in Lyon. Von Januar bis Juni 2016 war sie auf Reise in Westafrika: in Marokko, Senegal, Guinea Conakry, Elfenbeinküste, Burkina Faso. Hier hat sie neben dem Tanzen, Film- und Fotomaterial-Sammeln angefangen, Collagen aus den bunten afrikanischen Wax-print-Stoffen zu kleben, schneiden, nähen, basteln, um dem Erlebten in der jeweiligen Kultur während der Reise Ausdruck über die Materie Stoff zu geben.

Jedes der hier ausgestellten Werk erzählt eine Geschichte, eine Tradition, oder kulturelle Situation, die vom Leben in Westafrika zeugt und auch durch die Wax-Print-Stoffmotive einen weiteren Kulturtransfer in sich trägt.

email: magdalena.emser@gmail.com

+33750856860 +4915253489273

Postkarten sind an der Theke erhältlich.

Magdalena Emser …

… est depuis septembre 2015 diplômée binationale des études interculturelles franco-allemandes en master de l’Université de Fribourg et de l’Ecole Normale Supérieure de Lyon. De janvier au juin 2016 elle faisait un voyage en Afrique de l’Ouest : du Maroc, au Sénégal, en Guinée Conakry, en Côte d’Ivoire, et au Burkina Faso. Au Sénégal, elle découvre avec beaucoup d’enthousiasme les pagnes africains, tissus aussi variés et débordants de couleurs que beaux et chargés de symboles inhérents à certaines cultures africaines. En collant et agençant les différents motifs de petits morceaux de pagnes (trouvés parmi les déchets des couturiers sur place), elle crée à partir de ce moment de son voyage des œuvres témoignant de la vie culturelle des pays de l’Afrique de l’Ouest. Chaque tableau raconte une histoire, une tradition, une situation culturelle à travers les motifs de ce matériel – le soi-disant pagne africain : il porte et représente ainsi un nouveau transfert culturel.

Vous trouvez des cartes postales à acheter.

 

Pour tout renseignement et plus d’info veuillez prendre contact sous :

email: magdalena.emser@gmail.com

+33750856860 +4915253489273

Postkarten sind an der Theke erhältlich.

Ausstellung: Pionier*innen des Panafrikanismus im Afrikahaus

Nach der Berliner „Kongo-Konferenz“ und der Aufteilung Afrikas von 1884/85 entstand als – unseres Erachtens – wichtigste afrikanische Bewegung der Dekolonialiserungs-geschichte der Panafrikanismus.
Entstanden war die Idee in den USA. In der Frühzeit der Bewegung waren die US-Amerikaner Marcus Garvey und Dr. Dubois führend. Beim Panafrikanischen Kongress 1945 in Manchester nahm der spätere Präsident von Ghana den Gedanken auf. Er wollte von Kairo bis zum Kap ein vereintes Afrika. Dieser Plan wurde 1963 bei der Gründung der OAU (Organisation der Afrikanischen Einheit)  abgelehnt. Beim 37. Gipfel
2001 in Sambia wurde die OAU nach 39-jähriger Geschichte aufgelöst und durch die „Afrikanische Union“ ersetzt. Die Ausstellung zeigt das Gründungsumfeld der OAU und die wichtigsten Vordenker, ihre Konflikte sowie ihre Rolle im Kontext der Entwicklung eines nachkolonialen afrikanischen Selbstbewusstseins.

Die Ausstellung ist jeweils eine Stunde vor allen anderen Veranstaltungen zugänglich oder auf Anfrage (afrikahaus@t-online.de).

Studierende aus den USA waren zu Gast im Afrika-Haus

Am 2. Juni war die amerikanische Professorin Prof. Dr. Lorely French von der  Pacific University Forest Grove in Oregon mit eine Gruppe Studierender aus den USA zu Gast im  Afrika-Haus. Ihre Seminarthemen beinhalteten u.a. Panafrikanismus und Afro-Deutsche.  Dazu passte unsere Ausstellung über Pioniere des Panafrikanismus.

Die Gruppe zeigte ein sehr lebhaftes Interesse und das Ganze war uns eine Freunde. Zu unserer großen Freude erreichte uns jetzt eine Mail mit einem Foto der Gruppe und mit persönlichen Danksagungen der Teilnehmer*innen

WEITER

KUISEBNamibia – Fotoausstellung von Xenia Ivanoff-Erb

Seit ihrer Gründung vor fast vierzig Jahren fördert die Deutsch-Namibische Gesellschaft e.V. (www.dngev.de) unter anderem namibische Kunstausstellungen in Deutschland. Sie gab die Anregung  zur Fotoausstellung „KUISEBNamibia“

Ab dem 30.3.2017 im Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin. Besichtigung: immer eine Stunde vor den Veranstaltungen oder auf telefonische Anfrage.

Die Künstlerin:

Xenia Ivanoff-Erb wurde in Südafrika als Tochter einer Deutschen und eines russischen Don Kosaken, Victor Ivanoff (berühmter Künstler, Karikaturist und Sänger), geboren und wuchs in einem von der Kunst geprägten Umfeld auf.

Nach ihrem Schulabschluss in Johannesburg schloss Xenia in den 80er Jahren ein Studium an der Rhodes Universität in Grahamstown mit dem Bachelor of Fine Arts ab. Dort belegte sie auch einige Semester Fotografie, u. a. mit dem bekannten Fotografen Obie Oberholtzer als Lehrer.

Ihr Elternhaus sah in der Fotografie keine berufliche Perspektive. So arbeitete Xenia über zwanzig Jahre lang als Werbegrafikerin in Johannesburg, durchaus mit Erfolg. Besonders bemerkenswert beispielsweise: Xenia entwarf das offizielle südafrikanische National-Emblem, die „Protea“.

Verheiratet mit Georg Erb, lebt Xenia seit Ende 2012 in Swakopmund / Namibia. Hier hinterlässt sie im künstlerischen Leben des Landes zunehmend ihre eigenen, vor allem fotografischen Spuren, ob in Zeitschriften oder Ausstellungen. Als ihr letzter Erfolg gilt die Foto Schau „Namibia Inspirations“, mit der sie zum Jahreswechsel 2015 / 2016 ein breites Publikum begeisterte.

KUISEBNamibia“ ist Xenias erste Werkschau in Deutschland.

Die Ausstellung:

Die Künstlerin schreibt: „Etwas versteckt, verborgen in unserem ‘Hinterhof‘, dem großen Sandkasten Namib, liegt ein grüner, baumumsäumter Streifen, der Trockenfluss Kuiseb. Eine faszinierende Vielfalt an großartigen Landschaftsformen und eine besondere Tierwelt bieten dem interessierten Naturfreund besondere Anregung. An zahlreichen Wochenenden, wenn es an der Küste, besonders im Winter, tagelang, manchmal wochenlang nebelig und kalt bleibt, zieht es uns in die sonnige Einsamkeit der Wüstenlandschaften. Manchmal verbringen wir die Nachmittage auf der Suche nach Halb-Edelsteinen wie Achat oder Granat. Manchmal gehen wir auf stundenlange Wanderungen in das terrakotta gefärbte Dünenmeer (das 2013 zum UNESCO-Weltnaturerbe proklamiert wurde).

 Immer ist die Kamera dabei. Und immer fällt es uns nicht leicht, die schönsten oder spannendsten Motive herauszufinden. Hin und wieder begegnen wir Oryx- Antilopen, Vogel-Strauß, Springböcken. Eine Vielfalt an kleinerem Krabbel- Getier ist tagsüber meistens im Sand versteckt. Üppig wachsende Galeriewälder deuten auf große Mengen Grundwasser, die in zig meterdicken Sandschichten unterirdisch gespeichert sind. An manchen Stellen gibt es gar heute immer noch gut erhaltene Fußtritte von Elefant und Nashorn in mindestens 200 Jahre alten Lehmablagerungen. Doch kommen wir auch beinahe bei jedem unserer Sonntags-Ausflüge in Berührung mit den Nachfahren eines tausende Jahre alten Nomaden-Stammes. Kaum eine Stunde im Auto von Swakopmund entfernt führen heute einige hundert Leute vom alten Volk der Topnaar-Nama ein relativ einfaches, bescheiden-glückliches Leben. Ihre Grundlage hierfür sind Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltung, die Melonenfrucht der Narra-Pflanze und eine völlig unkomplizierte Erwartungshaltung.

Wir sind immer wieder auf’s Neue beeindruckt von der Offenheit und der wahren Gastfreundlichkeit der Topnaar-Leute.“

Facebook: www.facebook.com/xeniadesignandphotography

Website: www.xeniaivanoff.com/

Instagram: @xenia.design.photography

 

 

 

 

Black History Month: SCHWARZ UND WEISS (Ausstellung)

Der Black History Month wird in den Vereinigten Staaten alljährlich im Februar gefeiert. Dem voraus ging die „Negro History Week“, die in der zweiten Februarwoche gefeiert worden war. Initiiert wurde die Feierbewegung schwarzer Geschichte 1926 von dr. Carter G. Woodson. Den Februar wählte den Februar, weil in diesem Monat Abraham Lincon, Frederick Douglass und Langston Hughes geboren wurden.

Außerdem:

Immer eine Stunde vor Beginn der Veranstaltungen oder auf Anfrage  

Ab Februar im Afrikahaus:

Schwarz und weiß stehen wie kein anderes Gegensatzpaar in der Farbwelt mit vielen Assoziationen, Kulturmustern  und Symbolen in Verbindung.

Schwarz und weiß, beziehungsweise hell und dunkel, sind die ersten Farbbezeichnungen, die in jeder Sprache der Welt entwickelt wurden. Dies mag an der fundamentalen Bedeutung von Helligkeit und Dunkelheit für die menschliche Existenz liegen, die seit Urzeiten den Rhythmus des Lebens bestimmt. Ohne Sonne und Licht kann kein Leben existieren und wer hätte nicht schon einmal die Unheimlichkeit gespürt, die eine nächtliche Dunkelheit vermittelt, in der keine Orientierung möglich ist?

Wie stark sich der Symbolgehalt der Farbbezeichnungen schwarz und weiß in den kulturellen Alltag eingeschrieben hat, zeigt sich an ungezählten Beispielen, die von religiöser Symbolik bis in die Umgangssprache reichen.

‚Schwarzarbeit’,‚schwarze Kassen’ oder eine schwarze Katze etwa verweisen auf Illegalität und Pech – eine schwarze Richterrobe oder schwarze Staatslimousinen jedoch drücken Macht und Autorität aus.

Eine ‚weiße Weste’ steht für Unschuld und eine weiße Taube für den Frieden, und wem in einem Dokument etwas ‚schwarz auf weiß’ bescheinigt wurde, der kann sich darauf berufen.

Die Schwarzweiß-Fotos der Ausstellung sollen die stark assoziativ aufgeladene Wahrnehmung von Schwarz und Weiß bewusster machen, zum Weiterdenken und zum Gespräch anregen. Dabei lässt sich die Entdeckung machen, dass die Farben in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Bedeutung tragen. So ist im westlichen Kulturkreis Schwarz die Farbe der Trauer und des Todes, während beispielsweise in Westafrika(Guinea-Conakry) Weiß die Farbe der Trauer ist. Solche Entdeckungen, die dem  ‚Schwarz-Weiß-Denken’ zuwiderlaufen, tragen dazu bei, dass in unserer Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlichster Herkünfte zusammenleben, eingefahrene Denkmuster durch Dialog und Information abgebaut werden.

Das Ausstellungsprojekt wurde im Verein Farafina-Afrika-Haus e.V. entwickelt und realisiert. Fotos: K. Fell. –

Farafina e.V. Oumar Diallo • c/o Afrika Haus Berlin • Bochumer

Straße 25 •  10555 Berlin • Tel.: 030 – 392 20 10

www.afrikahaus-berlin.de

Schwarz und Weiß

Afrika Haus Berlin AusstellungenSchwarz und weiß stehen wie kein anderes Gegensatzpaar in der Farbwelt mit vielen Assoziationen, Kulturmustern und Symbolen in Verbindung.
Schwarz und weiß, beziehungsweise hell und dunkel, sind die ersten Farbbezeichnungen, die in jeder Sprache der Welt entwickelt wurden.
Wie stark sich der Symbolgehalt der Farbbezeichnungen schwarz und weiß in den kulturellen Alltag eingeschrieben hat, zeigt sich an ungezählten Beispielen, die von religiöser Symbolik bis in die Umgangssprache reichen.

Die Schwarz-Weiß-Fotos der Ausstellung sollen die stark assoziativ aufgeladene Wahrnehmung von Schwarz und Weiß bewusster machen, zum Weiterdenken und zum Gespräch anregen. Dabei lässt sich die Entdeckung machen, dass die Farben in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Bedeutung tragen. Solche Entdeckungen, die dem ‚Schwarz-Weiß-Denken’ zuwiderlaufen, tragen dazu bei, dass in unserer Gesellschaft eingefahrene Denkmuster durch Dialog und Information abgebaut werden.

Das Ausstellungsprojekt wurde im Verein Farafina e.V. entwickelt und realisiert. Unser Dank für Förderung und Unterstützung gilt der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin.

Afrikanische Biografien in Berlin

Nicht erst seit heute leben Menschen aus Afrika aus unterschiedlichen Gründen und unter unterschiedlichsten Bedingungen in Berlin. Eine Heimat wurde die Stadt und Deutschland dennoch vielen nicht. Die Ausstellung will anhand exemplarischer Beispiele Lebensläufe afrikanischer Berliner*innen ins Gedächtnis rufen.Gezeigt werden historische Fotos von Menschen afrikanischer Herkunft, die vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für kürzere oder längere Zeit in Berlin lebten. Jeweils dazugehörige Texte beschreiben ihre Lebensgeschichten, soweit sie bislang rekonstruierbar sind.

Die Biografien der Ausstellung konzentrieren sich auf Lebensverläufe, die für diese Epoche exemplarisch genannt werden können. Lehrer, Schauspieler, Musiker und politisch Engagierte werden sichtbar.Darüber hinaus, aber im Rahmen dieser Ausstellung nicht darstellbar, gab es viele weitere Biografie- und Berufsmuster, so etwa im kaufmännischen Bereich oder in der Fabrikarbeit.

Für alle diese Lebensläufe – auch für die der anderen Epochen – gilt, dass Menschen afrikanischer Herkunft in ihrem Leben in Deutschland von übergreifenden politischen und sozialen Entwicklungen abhingen und somit auch von dem Wertewandel, der mit diesen Entwicklungen jeweils einher geht. Zu den wichtigsten politischen Themen gehören hier zweifellos die deutsche Kolonialepoche von 1888 bis 1919 und die Etablierung der NS-Diktatur mit der Wahl von 1933.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf den Jahrzehnten um 1900. Damals fanden einige der zentralen Umbrüche statt, die für die afrikanische Biografik in Berlin relevant wurden. Dieser Zeitraum ist jedoch nur ein Ausschnitt. Wahrscheinlich kamen die ersten Afrikaner im 17. Jahrhundert nach Berlin. Gemälde aus dem 18. Jahrhundert zeigen beispielsweise, dass Friedrich der Große einen schwarzen Diener hatte.

Ende des 19. Jahrhunderts führten zunächst „Völkerschauen“, danach die Einrichtung deutscher Kolonien in Afrika zur vermehrten Migration von Afrikanerinnen und Afrikanern nach Berlin. Es ist anzunehmen, dass viele von ihnen nach dem Ende der deutschen Kolonialzeit 1919 Deutschland verließen. Wer blieb, wurde bald mit den für sie immer gefährlicher werdenden Erscheinungen des Nationalsozialismus konfrontiert. Nur wenige überlebten in Deutschland bis 1945.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Afrikanerinnen und Afrikaner in Berlin nur langsam wieder an. Spätestens ab den 1960er Jahren spielten für ihre Lebensläufe neue Faktoren eine Rolle. Dazu gehörten die Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika ebenso wie die deutsche Teilung, die zu unterschiedlichen Biografiemustern und -bedingungen für Afrikanerinnen und Afrikaner in den zwei deutschen Staaten führte.

Heute bereichern viele afrikanische Migrantinnen und Migranten und deren Nachkommen den kulturellen Horizont und das Alltagsleben Berlins. Neue Blickwinkel werden eröffnet und Fragen neu gestellt. Fragen nach Identität, Zugehörigkeit oder nach Selbst- und Fremdwahrnehmung. Fragen, die sich auch die Porträtierten dieser Ausstellung gestellt haben könnten. Fragen, die Austausch und Gespräch herausfordern.

Column 2

Change the Perspective – Afrikanische Karikaturen

Afrika Haus Berlin Ausstellungzum Thema: Afrikanische Einheit – Trugbild und Täuschung oder Notwendigkeit und Chance

Vorgestellt werden 20 Werke afrikanischer Karikaturisten, die das Dritte Welt Journalisten Netz e.V. (DWJN) dem Afrikahaus dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Ab den 13. Juni im Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

Das DWJN hatte 2012/13 einen Karikaturenwettbewerb unter dem Titel „Change the Perspektive“ ausgeschrieben. Der Wettbewerb verstand sich als Beitrag zur Feierlichkeiten anlässlich des 50.Jahrestages der Gründung der Afrikanischen Union bzw. deren Vorgänger Organisation für Afrikanische Einheit (OAU).

Afrika wird weithin als Kontinent der Katastrophen, Krisen und des Staatszerfalls wahrgenommen mit extremen Erscheinungen von Gewalteskalation und Bürgerkriegen bis zum Völkermord, wo das tägliche Erleben großer Bevölkerungsteile von wachsender Armut, Hunger und Mangelernährung sowie von Raubbau und Naturzerstörung bestimmt ist.

Dieses Bild verleitet zu bequemem Afrikapessimismus, und das hat Tradition. Es reicht bis in die Anfänge der Kolonisierung und des Sklavenhandels zurück.

Vor diesem Hintergrund hatte der Umschwung in der Wahrnehmung Afrikas, der im letzten Jahrzehnten zu beobachten ist, viele Expert*innen überrascht.

Gelobt wird nun vor allem das Ende der großen Mehrzahl der Bürgerkriege, die wachsende Zahl rechtsstaatlich und demokratisch regierter Länder, mehr Good Governmance und die verbesserten ökonomischen Rahmenbedingungen der meisten afrikanischen Länder. Gesundheit und Bildung verbesserten sich, privatwirtschaftliches Engagement findet bessere Bedingungen vor. Der wirtschaftliche Vormarsch Chinas hat die westlichen Regierungen herausgefordert, wie nicht zuletzt die Afrikastrategie der Bundesregierung von 2011 zeigt. Man will mithalten.

Zu den schillernden Afrikabildern will die Karikaturenausstellung afrikanische Perspektiven hinzufügen. Die spitzen Federn der Autoren treffen ins Herz und regen zur Auseinandersetzung über negative wie positive Wahrnehmungsverzerrungen an. Sie verdichten, was zu aktuellen Streitfragen gesagt werden muss und wirken als Denkanstöße – nicht zuletzt für die journalistische entwicklungspolitische Perspektivbildung.

 

Das Afrika-Haus auf dem Moabiter Kiezfest 2016