Aktuelle Ausstellung

Neue Ausstellung: Berlin – ein postkolonialer Gedächtnisraum

„Nur wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“

Wilhelm von Humboldt

Nach unserer Ausstellung zu vergessenen Orten kolonialer Geschichte in Berlin vor einigen Jahren konzentrieren wir uns nun auf Orte neuen Gedenkens – also einem Ansatz zu öffentlich sichtbarem Umdenken im Hinblick auf die koloniale Geschichte Deutschlands, der zumeist zivilgesellschaftlichen Initiativen engagierter BürgerInnen zu verdanken ist. Die Ausstellung bietet eine beispiehaft  Zusammenschau bislang in Berlin erfolgreicher Vorstöße in dieser Richtung. Sie will die kritische, aufklärerische Prämisse dieses Ansatzes verstärken und ins Bewusstsein heben.

Die Ausstellung ist ausleihbar. (Ausleihbedingungen bitte per EMail erfragen afrikahaus@t-online.de)

Erstmals öffentlich präsentiert haben wir die von der Landeszentrale für politische Bildung geförderte Ausstellung auf dem Demokratiefest der Landeszentrale.

Am 16. September wird sie auf dem Moabiter Kiezfest zu sehen sein.

Gezeigt werden Fotos und erläuternde Texte zu Orten in Berlin, an denen in jüngerer Zeit durch neu definierte Erinnerungsorte ein bewussterer Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte in Afrika und ihren Auswirkungen bis in die Gegenwart angeregt wird. Zur vertiefenden Lektüre empfehlen wir die zahlreichen Informationsmöglichkeiten im Internet oder das Buch Black Berlin, hg. von Joachim Zeller und Oumar Diallo, Berlin 2013

Zwischen 1884 und 1919 war Deutschland eine Kolonialmacht. In der Hauptstadt Berlin entstand eine differenzierte Infrastruktur von kolonialen Verwaltungseinrichtungen und Organisationen. Eines von vielen Beispielen dafür ist das „Afrika-Haus“, das in der Straße Am Karlsbad 10 einst die Zentrale der Deutschen Kolonialgesellschaft beherbergte. In vielfältiger Weise bildete sich der Status Deutschlands als Kolonialmacht auch in anderen Bereichen ab. So fanden etwa Gegenstände aus den Kolonien vermehrt Eingang in museale Sammlungen, und in Kolonialwarenläden wurden Erzeugnisse aus den Kolonien angeboten.

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Vertrag von Versailles 1919 war die Phase des deutschen Kolonialbesitzes beendet. Keineswegs aber hatten damit die Auswirkungen geendet, die der deutsche Kolonialbesitz im Hinblick auf Politik und das Denken in der deutschen Gesellschaft hatte. Diese Tatsache ist häufig nicht im Bewusstsein der Gegenwart verankert. Von Fachleuten, Interessierten und Betroffenen der Nachwirkungen abgesehen, gilt die deutsche Kolonialgeschichte weithin als „lange her“, wenn sie denn überhaupt bekannt ist, obwohl sie ebenso von Rassismus und Herrenmenschentum geprägt war, wie die anderer Kolonialmächte  – einer der Grunde für dieses mangelnde historische Bewusstsein mag sein, dass die Zeit des Nationalsozialismus und seine Aufarbeitung die koloniale Geschichte Deutschlands überdeckt und verschüttet haben,

Wie das Thema des deutschen Kolonialismus jedoch bis heute auf komplexe und vielschichtige Art weiterwirkt, lässt sich beispielsweise an der Geschichte des „Afrikanischen Viertels“ in Berlin-Wedding ablesen. Vor dem Ersten Weltkrieg als Areal für wechselnde Völkerausstellungen geplant, kam es durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 nie zur Verwirklichung – die Straßennamen jedoch waren zum Teil schon vergeben. Sie ehrten unter anderem Akteure des Kolonialreichs, und so ist es, beispielsweise was die Lüderitzstraße oder der Nachtigalplatz angeht, bis heute geblieben.

Ausstellung: Pionier*innen des Panafrikanismus im Afrikahaus

Nach der Berliner „Kongo-Konferenz“ und der Aufteilung Afrikas von 1884/85 entstand als – unseres Erachtens – wichtigste afrikanische Bewegung der Dekolonialiserungs-geschichte der Panafrikanismus.
Entstanden war die Idee in den USA. In der Frühzeit der Bewegung waren die US-Amerikaner Marcus Garvey und Dr. Dubois führend. Beim Panafrikanischen Kongress 1945 in Manchester nahm der spätere Präsident von Ghana den Gedanken auf. Er wollte von Kairo bis zum Kap ein vereintes Afrika. Dieser Plan wurde 1963 bei der Gründung der OAU (Organisation der Afrikanischen Einheit)  abgelehnt. Beim 37. Gipfel
2001 in Sambia wurde die OAU nach 39-jähriger Geschichte aufgelöst und durch die „Afrikanische Union“ ersetzt. Die Ausstellung zeigt das Gründungsumfeld der OAU und die wichtigsten Vordenker, ihre Konflikte sowie ihre Rolle im Kontext der Entwicklung eines nachkolonialen afrikanischen Selbstbewusstseins.

Die Ausstellung ist jeweils eine Stunde vor allen anderen Veranstaltungen zugänglich oder auf Anfrage (afrikahaus@t-online.de).

Studierende aus den USA waren zu Gast im Afrika-Haus

Am 2. Juni war die amerikanische Professorin Prof. Dr. Lorely French von der  Pacific University Forest Grove in Oregon mit eine Gruppe Studierender aus den USA zu Gast im  Afrika-Haus. Ihre Seminarthemen beinhalteten u.a. Panafrikanismus und Afro-Deutsche.  Dazu passte unsere Ausstellung über Pioniere des Panafrikanismus.

Die Gruppe zeigte ein sehr lebhaftes Interesse und das Ganze war uns eine Freunde. Zu unserer großen Freude erreichte uns jetzt eine Mail mit einem Foto der Gruppe und mit persönlichen Danksagungen der Teilnehmer*innen

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