Ausstellung von Juli bis August: Spotlights on LIBERIA 2003-2018

 

Liberia in der Pressefotografie deutscher Zeitungen von 2003 bis 2018

Diese Ausstellung im Afrika-Haus Berlin lief erfolgreich bis zum 10. August 2018.

Die Ausstellung dokumentierte die Pressefotografie in der Berichterstattung über Liberia in großen deutschen Zeitungen ab 2003. Der zeitliche Rahmen umfasste dabei die Dauer der UN-Mission in Liberia von Juni 2003 bis März 2018. Es ging in dem Ausstellungsprojekt um die Sichtbarmachung einer zeitgeschichtlichen Ära und auch um die Frage, was durch die mediale Öffentlichkeit sichtbar wurde, was verborgen blieb – oder erst durch Gespräche darüber sichtbar wurde.

Der Juni 2003 markiert eine Zeitenwende in Liberia: Der Einsatz der UN-Mission UNMIL (United Nations Mission in Liberia) beendete eine 14 Jahre währende Ära von Bürgerkrieg,
Unterdrückung und Raubbau, in deren Verlauf um die 250.000 Menschen gewaltsam ihr Leben verloren haben, über eine Million Menschen vertrieben wurden und das Land durch illegalen internationalen Handel ausgeplündert wurde. Mit der damals größten UN-Mission aller Zeiten tauchte Liberia gewissermaßen wieder auf der Weltkarte auf, nachdem es in der globalpolitischen Umbruchphase um 1989 in einen toten Winkel der internationalen Aufmerksamkeit gefallen war. Größere Medienöff entlichkeit wurde Liberia seit 2003 anlässlich folgender Ereignisse zuteil:

2005 wurde mit Ellen Johnson-Sirleaf in Liberia zum ersten Mal eine Frau in das höchste Amt eines afrikanischen Landes gewählt und im Januar 2006 vereidigt. Wenige Monate später wurde der Warlord und vormalige Präsident Liberias Charles Taylor an den internationalen Sondergerichtshof für Sierra Leone in Den Haag überführt.

2007 wurde der Prozess gegen Taylor eröff net, u.a. Mia Farrow und Naomi Campbell traten in den Zeugenstand.

Noch während sich Johnson-Sirleaf 2011 um eine zweite Amtszeit bewarb, wurde ihr (zusammen mit der Liberianischen Friedensaktivistin Leymah Gbowee und der Jemenitin Tawakkol Karman) der Friedensnobelpreis zugesprochen

2012 wurde mit Charles Taylor zum ersten Mal ein afrikanisches Staatsoberhaupt wegen Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen.

Seit Oktober 2013 verbüßt Taylor eine Gefängnisstrafe von 50 Jahren in England.

Anfang 2014 brach die bislang größte Ebola-Epidemie in der Region des Länderdreiecks Guinea, Liberia und Sierra Leone aus und kostete über 11.300 Menschen das Leben.

2016 wurde Liberia erst in den Panama- und dann in den Paradise Papers als Steuerparadies geführt und Johnson-Sirleaf als Kundin einer einschlägigen Kanzlei genannt.

Im Juni 2017 übernahm Johnson-Sirleaf den Vorsitz des UN High Level Panel on Migration in Africa, der bis Ende 2018 einen „Global Compact for Migration“ erarbeiten soll.

Ende 2017 wurde der Weltfussballspieler des Jahres 1995, George M. Weah, nachdem er zuvor zweimal erfolglos gegen Johnson-Sirleaf angetreten war, zum neuen Präsidenten
Liberias gewählt.

Im Januar 2018 wurde Weah in das Amt des Präsidenten eingeführt. Vizepräsidentin ist Jewel Taylor, die ehemalige Ehefrau von Charles Taylor. Im Februar erhielt Johnson-Sirleaf
den Mo Ibrahim-Preis für vorbildliche ehemalige Staatschefs in Afrika (Preisgeld: $5 Mio).
Am 30. März 2018 endete das Mandat der UN-Mission UNMIL in Liberia.

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